Gute Aussichten – 5 Tipps um Ihre Augen im Sommer zu schützen

UV-Strahlung, Bakterien im Wasser, Trockenheit oder andere Reize können unseren Augen im Sommer schwer zu schaffen machen. Befolgen Sie daher unsere fünf Expertentipps – und der Sommer wird strahlend schön!

Das Auge ist ein komplexes Sinnesorgan, das sich recht gut um sich selbst kümmert und darum von uns nicht besonders viel Aufmerksamkeit verlangt. Im Sommer sollten wir ihnen aber doch einen gewissen Schutz angedeihen lassen. In GESÜNDER LEBEN erklärt Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz, Vorstand der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, Kepler Universitätsklinikum Linz, was Sie tun können, damit Ihre Augen den sommerlichen Umwelteinflüssen gut standhalten.

Schützen Sie Ihre Augen…
… vor UV-Strahlung.

Sonne, Sand und Salzwasser gehören für viele zu einem gelungenen Urlaub dazu. Mit an den Strand nehmen wir selbstredend Sonnenschutzmittel und tragen diese großflächig auf, um unsere Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Nicht jeder jedoch denkt daran, dass auch unsere Augen Sonnenschutz benötigen. „Es geht um den UV-Anteil im Sonnenlicht und der ist prinzipiell schädlich für Netzhaut und Hornhaut“, erklärt Matthias Bolz. „Zu viel UV-Licht führt zu Überreizungen, und wenn man von einem Sonnenbrand redet, kann das eine Rötung der Bindehaut sein, eine nicht infektiöse Entzündung, aber auch eine Reizung der Netzhaut. Ein direkter Blick in die Sonne kann sogar massive Netzhautverbrennungen und bleibende Sehschäden nach sich ziehen.“ Der einzig wirksame Schutz für die Augen sind hochwertige Sonnenbrillen mit einem UV-Filter. Nebst dem UV-Filter spielt natürlich auch die Größe der Brille eine bedeutende Rolle. „Die Brille sollte, um wirklichen Schutz zu bieten“, sagt Experte Bolz, „die Augenpartie rundherum so weit wie möglich beschatten, das heißt von der Schläfe bis zur oder sogar über die Augenbraue reichen. Zusätzlichen Schutz bietet ein Hut.“ Vorsicht: Die Tönung einer Brille ist eine optische Angelegenheit und schützt, sofern sie keinen UV-Filter hat, nicht vor Strahlung!

… vor Trockenheit.

Wenn die Luft zu trocken ist, wenn es zieht oder auch bei starkem Wind, röten sich die Augen und es kann zur Entzündung an der Horn- und an der Bindehaut kommen. Dazu Mediziner Bolz: „Probleme mit zu geringer Luftfeuchtigkeit treten zwar vorwiegend in der Heizperiode im Winter auf,  aber auch im Sommer ist es etwas im Flugzeug oder in klimatisierten Räumen sehr trocken. Wenn die Augen darauf reagieren, hilft es, viel zu trinken – mindestens zwei Liter Wasser täglich – und alle paar Stunden Tränenersatzmittel in die Augen zu tropfen.“ Hinzu kommt: „Gerade bei Frauen im Wechsel kann es sein, dass die komplexe Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist und die Beschwerden sich häufen.“

… vor Wasser.

Im Sommer haben unsere Augen jedoch meist mit anderen Problemen zu kämpfen. So etwas kann das Meerwasser in den Augen brennen ebenso das Chlor in Schwimmbädern. Aber auch Verunreinigungen in anderen Gewässern, wie Flüsse oder Seen, können Beschwerden hervorrufen. Experte Bolz rät prinzipiell dazu, „im Wasser entweder die Augen geschlossen zu halten oder Schwimmbrillen zu tragen, denn die meisten von uns öffnen unter Wasser die Augen und da kann es schnell einmal zu einer schmerzhaften Entzündung der Bindehaut kommen“. Soforthilfe bei brennende Augen: Mit klarem Wasser ausspülen. Sollten die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht verschwunden sein, sollte man einen Facharzt aufsuchen.

… vor Entzündungen.

Reizungen jedweder Art schwächen das Schutzsystem unserer Augen und damit haben Bakterien und Viren ein leichtes Spiel. Wenn es juckt und brennt, tendieren wir dazu, zu kratzen und zu reiben. Damit verteilen wir nicht nur die bösen Eindringlinge, sondern geben auch jenen, die sich auf unseren Fingern befinden, die Gelegenheit, mitzumischen. Darum: Finger weg von den Augen! „Falls die Schmerzen noch da sind und die Schwellung am Tag danach noch sichtbar ist, aber auch, wenn es zu Sehstörung kommt, sollte schnellstmöglich eine Abklärung beim Augenarzt gemacht werden“, rät Bolz. Denn: „Entzündungen im Auge können sehr gefährlich werden.“

… vor Spiegelung.

Im Normalfall blinzeln wir bis zu 15. mal in der Minute, das geschieht automatisch. Beim Blick auf Bildschirme jeder Art – auf Fernseher, Computer, Handy, E-Book – starren wir und blinzeln minütlich oft nur ein einziges Mal. Somit wird der Tränenfilm kaum verteilt, das Auge wird trocken, brennt und wir sehen verschwommen. Die Spiegelung der Geräte tut ein Übriges dazu und es kann zu unangenehme Entzündungsreaktionen kommen. „Viele unterschätzen, dass etwa auch ein nicht entspiegeltes E-Book das UV-Licht reflektieren kann“, erklärt Mediziner Bolz und rät dazu, „sich einen Platz im Schatten zu suchen und die Geräte nicht in der prallen Sonne zu verwenden.“

Fazit von Univ.-Prof. Dr. Matthias Bolz:

„Wer eine Sonnenbrille und einen Sonnenhut trägt, beim Schwimmen eine Schwimmbrille verwendet und sich vor Reflexionen der Sonne auf Handy & Co schützt, wird den Sommer und die Sonne ohne Beeinträchtigung der Augen genießen können.“ Gute Aussichten!

Den Artikel gibt es HIER auf www.gesünderleben.at nachzulesen!